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Wissenschaftliche Publikation: Wirksamkeit der Osteopathie im Fokus

Portrait Margit Halbfurter
© KRISZTIAN JUHASZ

Wissenschaftliche Publikation: Wirksamkeit der Osteopathie im Fokus

Portrait Margit Halbfurter
© KRISZTIAN JUHASZ

Im Rahmen des PRAEVENIRE Talks in Seitenstetten wurden 2022 die Ergebnisse der Überblicksstudie zur „Wirksamkeit und Sicherheit osteopathischer Behandlungen“ der Med Uni Graz präsentiert. Diese legen dar, in welchen Anwendungsbereichen die Osteopathie Erfolge verzeichnet. Nun wurden die Erkenntnisse der Arbeit zur Publikation in einem international renommierten Journal eingereicht.

Carola Bachbauer, BA, MSc

Carola Bachbauer, BA, MSc

PERISKOP-Redakteurin

Um die Qualität der osteopathischen Behandlungen in Österreich zu steigern, hat die OEGO eine Überblicksstudie mit dem Titel „Wirksamkeit und Sicherheit osteopathischer Behandlungen“, durchgeführt vom Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung der Medizinischen Universität Graz, in Auftrag gegeben. Prof. Dr. med. univ. Andrea Siebenhofer-Kroitzsch, Leiterin des Instituts für Allgemeinmedizin der Med Uni Graz, und ihr Co-Autor Univ.-Ass. Mag. Thomas Semlitsch, Mitarbeiter am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung der Med Uni Graz, haben dafür 27 systematische Reviews auf der Basis von randomisierten kontrollierten Studien nach ihrer Aussagekraft beurteilt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Osteopathie bei erwachsenen Personen mit chronischem, nicht-onkologischem Schmerz, chronischem unspezifischem Kreuzschmerz, Kreuzschmerz während der Schwangerschaft, bei akutem Nackenschmerz sowie bei frühgeborenen Säuglingen wirksam ist. Zusätzlich besteht eine mögliche Wirksamkeit bei erwachsenen Personen mit postpartalem Kreuzschmerz, chronischem Nackenschmerz, Migräne, dem Reizdarmsyndrom und bei Kindern mit otitis media (Mittelohrentzündung). 

Nun wurden die Erkenntnisse der Literaturstudie zur Publikation in einem international renommierten Journal eingereicht. „Wir freuen uns, wenn die Studie, welche die Evidenz der Osteopathie unterstreicht, in einer international anerkannten Fachzeitschrift veröffentlicht ist. Die Publizierung bietet die Möglichkeit, die Wichtigkeit einer professionellen und sicheren Integration der Osteopathie in die klinische Praxis einem breiten Publikum des Gesundheitswesens darzulegen“, betonte Margit Halbfurter, MSc D.O., Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Osteopathie (OEGO).

Wirksamkeit und Sicherheit osteopathischer Behandlungen

Eine weitere Publikation, die die Evidenz der Osteopathie zeigt und demonstriert, welchen wertvollen Beitrag sie zur Verbesserung der Versorgung diverser Krankheitsbilder leisten kann, ist der Projektbericht „Osteopathie: Wirksamkeit und Sicherheit bei Schmerzen des Bewegungs- und Stützapparates und Überblick über Ausbildungs- und Qualitätsanforderungen“, welcher im November 2022 von HTA Austria – Austrian Institute for Health Technology Assessment GmbH veröffentlicht wurde. Dieser untermauert die Sicht der OEGO auf die Wirksamkeit der Osteopathie und attestiert die positive Wirkung osteopathischer Anwendungen im Bereich Nacken- und Kreuzschmerzen. Zusätzlich besteht eine mögliche Wirksamkeit bei Schulter- und Fußschmerzen. Laut dem HTA-Projektbericht konnte darüber hinaus belegt werden, dass die Osteopathie aufgrund der kaum berichteten Nebenwirkungen als eine sichere Behandlungsform angesehen werden kann und durch osteopathische Leistungen keine statistisch oder klinisch signifikanten Verschlechterungen auftreten. Zudem wird in der Arbeit betont, dass eine gesetzliche Regulierung der Ausbildung, Praxis und Weiterbildung erforderlich ist, um das Vertrauen in die Osteopathie zu stärken und die Patientensicherheit zu gewährleisten. „Die Studie der Med Uni Graz sowie die Erkenntnisse des HTA-Projektberichts stimmen uns positiv und bilden eine wertvolle Basis für unsere weitere Arbeit, um dem Ziel der gesetzlichen Anerkennung des Berufsbilds der Osteopathie näher zu kommen“, so Halbfurter.

Anerkennung des Berufsbilds

In Österreich ist das Berufsbild der Osteopathin, des Osteopathen im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern nicht gesetzlich geregelt und geschützt. Folglich gibt es eine Vielzahl von Ausbildungen, die weder adäquat sind noch der europäischen Norm entsprechen. Das führt dazu, dass sich jede und jeder in Österreich Osteopathin oder Osteopath nennen kann und es keine verbindlichen Qualitätsrichtlinien in der Behandlung gibt. „Im Sinne der Qualitätssicherung und vor allem für die Patientensicherheit ist es notwendig, die Osteopathie als eigenständiges, gesetzlich anerkanntes Berufsbild in unserem Gesundheitssystem zu verankern. Patientinnen und Patienten haben das Recht auf höchste Behandlungsqualität“, erklärte Halbfurter.

Die Qualität sichtbar machen

Bis die Osteopathie als Gesundheitsberuf anerkannt ist, bedarf es zum Schutz der Patientinnen und Patienten einer klaren Auszeichnung jener Osteopathinnen und Osteopathen, die die strengen Qualitätsvorgaben der OEGO erfüllen. Deshalb hat sich die OEGO dazu entschlossen, die Standards auch optisch klar zum Ausdruck zu bringen, und hat dazu ein Qualitätssiegel entwickelt. „Die Osteopathinnen und Osteopathen, die künftig das OEGO-Qualitätslogo führen wollen, müssen über einen Abschluss einer OEGO-geprüften Ausbildung verfügen und die osteopathischen Standards der OEGO anerkennen“, informierte Halbfurter.

Mit diesen klaren Qualitätskriterien grenzt sich die OEGO im Sinne der Patientensicherheit von Trittbrettfahrern und oftmals gleichlautenden esoterischen Praktiken ab. „Das Gütezeichen wirkt in zwei Richtungen. Zum einen gibt es jenen Menschen, die eine osteopathische Leistung in Anspruch nehmen möchten, einen Hinweis über die Qualität, die sie erhalten. Zum anderen zeichnet es jene Osteopathinnen und Osteopathen aus, die nach den strengen Regeln der OEGO zertifiziert sind“, sagte Halbfurter.

Das Gütezeichen der Osteopathie

Osteopathinnen und Osteopathen, die mit dem OEGO-Zertifikat ausgezeichnet sind, können über die OEGO-Website www.oego.at gefunden werden. Des Weiteren lassen sie sich an dem Qualitätssiegel auf deren Website, Praxisschildern bzw. Visitenkarte erkennen. Zusätzlich erhalten sie eine Zertifizierungsurkunde für die Praxis. Nur zertifizierte Osteopathinnen und Osteopathen sind befugt, das Qualitätssiegel in Kombination mit der Mitgliedsnummer sowie einem QR-Code, der direkt auf das Kurzprofil der jeweiligen Osteopathin, des jeweiligen Osteopathen auf der OEGO-Website führt, auf ihren Praxis- und Arbeitsunterlagen zu führen. Dieses Qualitätssiegel ist ausschließlich in Verbindung mit der angeführten Mitgliedsnummer gültig. Die OEGO setzt mit dieser Maßnahme und den weiterhin intensiven Bemühungen in Bezug auf die drei Kernziele der OEGO – Gesetzliche Anerkennung als Gesundheitsberuf, Sicherstellung der Aus- und Weiterbildung sowie niederschwelliger Zugang zu osteopathischen Behandlungen – einen weiteren Schritt für die Qualitätssicherung und Patientensicherheit in der Osteopathie.

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