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Technologien für morgen: Das Krankenhaus der Zukunft

© Bernhard Bergmann

Technologien für morgen: Das Krankenhaus der Zukunft

© Bernhard Bergmann

Im September fand die Zukunftskonferenz der Joanneum Research in Graz statt. Unter dem Thema „Technologien für morgen“ wurde in Keynotes, Sessions und Projektvorstellungen das breite Forschungsspektrum der Joanneum Research präsentiert und Technologietrends und Forschungsthemen diskutiert.

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Carola Bachbauer, BA

Periskop-Redakteur

Univ.-Prof. Dr.med Lars-Peter Kamolz, Direktor des Zentrums COREMED – Zentrum für Regenerative Medizin und Leiter der Forschungseinheit für Sicherheit und Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen der Med Uni Graz, präsentierte in seinem Vortrag das Bild eines Krankenhauses der Zukunft. Hierbei ging er in seiner Präsentation auf die Megatrends, die
einen massiven Einfluss auf unsere Gesellschaft haben und infolgedessen eine Veränderung in
der Krankenhausstruktur verlangen, ein und legte dar, wie das Krankenhaus von morgen
aussehen wird.

Motor des Wandels

Nachhaltigkeit und Klimawandel sind Themen unserer Zeit. Konkret beträgt der Beitrag des Gesundheitssektors weltweit am Klimawandel rund 5 bis 7 Prozent. Der größte Anteil an Treibhausgas-Emissionen wird von medizinischen Produkten und Arzneimitteln sowie durch den Energieverbrauch verursacht. Dabei entstehen die Emissionen oft nicht bei der Verwendung, sondern bei Rohstoffgewinnung, Produktion und Transport von Produkten und Verpackungen.

Bahnbrechende Entwicklungen in Forschung und Digitalisierung werden die Auswertung und Nutzung riesiger Datenmengen in kürzester Zeit ermöglichen. Dies wird die Kenntnisse über Gesundheit und Gesund-Sein sowie über die Entstehung, Prävention und Heilung von Krankheiten vollkommen verändern.

Krankenhaus von morgen

Finanzielle Einschränkungen, zunehmende Spezialisierungen und ein immer besseres Verständnis der Korrelation zwischen Größe und klinischer Qualität haben zu einem Umdenken bei den Versorgungsansätzen geführt. Aufgrund dessen werden sich in den nächsten Jahren eine Reihe von flexiblen Netzstrukturen entwickeln, welche nebeneinander bestehen, kooperieren und dynamisch miteinander interagieren werden. „Kleine Krankenhäuser, die das gesamte Servicespektrum unter einem Dach anbieten, wird es in Zukunft in dieser Form nicht mehr geben. Der Trend entwickelt sich dahin, dass diese kleinen Spitäler zu Gesundheitszentren werden und mit großen Krankenhäusern vernetzt sein werden“, erklärte Lars-Peter Kamolz. „So wurde zum Beispiel in London die Notfallbehandlung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten transformiert, und zwar durch acht Stroke Units für hyperakute Fälle (statt der zuvor 31 Allgemeinkrankenhäuser)“.

Dadurch wird es in Zukunft unterschiedliche, flexible Strukturen geben, welche alle zu einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung beitragen. Laut einer McKinsey-Studie „Das Krankenhaus der Zukunft“ werden diese Entwicklungen vier wesentliche Auswirkungen haben. Einerseits lässt sich ein Rückgang der stationären Behandlungstage aufgrund der hohen Spezialisierung und Standardisierung feststellen, andererseits gibt es ein verstärktes Outsourcing spezialisierter klinischer Services. Des Weiteren sind mehr Anbieternetze, die Skalenvorteile in puncto Qualität und Effizienz ausschöpfen, vorhanden und es gibt eine vermehrte vertikale Integration zwischen Anbietern, die unterschiedliche Services zur Verfügung stellen.

Vier Zukunftsbilder zu einem neuen Kliniksystem

Das Zukunftsinstitut, welches sich mit der Trend- und Zukunftsforschung beschäftigt, hat vier Szenarien – Smart Hospital, Living Clinic Community, Slow Clinic und Me Clinic – entwickelt, welche aufzeigen, wie digitalisierungs- und technologieaffin die Bevölkerung wird und welche Auswirkung dies auf die Kliniklandschaft haben wird.

„In den kommenden Jahren werden diese vier Modelle nebeneinander in der Bevölkerung existieren“, erklärte Kamolz und weist darauf hin, wie wichtig das Angebot von unterschiedlichen Modellen und Lösungen sein wird, um die gesamte Bevölkerung zu informieren.

COVID-19: Lehren für die Zukunft

Die Corona-Pandemie war eine sehr lehrreiche Zeit für die Krankenhäuser und hat zu einem Umdenken in der Krankenhausstruktur geführt. Sie hat gezeigt, wie wichtig der Zugang zu Daten ist und welche Bedeutung Digitalisierung hat. Als Beispiel dafür führte Kamolz die Telemedizin an. „Wenn wir die nächsten Jahre umgestalten wollen, müssen wir dies gut kommunizieren, damit die Leute diesen Weg mit uns gehen“, betonte Kamolz.

Gesundheitsversorgung in der Zukunft

Immer mehr rückt der Fokus auf gesundes Leben, Prävention und Behandlung von älteren Personen in ihrer gewohnten Umgebung. . „Krankenhäuser werden intelligenter, smarter, grüner und vor allem nachhaltiger“, ist sich Kamolz sicher. 

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