Superheld Hippocampus – Muskeltraining hemmt Demenz

Peter Provaznik (2), Shutterstock (2), Delta X Verlag

Superheld Hippocampus – Muskeltraining hemmt Demenz

Peter Provaznik (2), Shutterstock (2), Delta X Verlag

Kluge Muskeln | Folge 9

Damit wir uns koordiniert bewegen können, brauchen wir unser Gehirn. Es steht über das zentrale Nervensystem in direkter Verbindung mit den Muskeln und dirigiert so unser gesamtes Skelettmuskel-Orchester. Ohne diese komplexe Verzweigung wären wir nicht in der Lage, uns so bewegen zu können, wie wir uns das vorstellen. Unsere Muskeln werden quasi von Nervenimpulsen angeregt und beeinflusst. So entsteht eine spielerische Interaktion zwischen Agonisten, Antagonisten und Synergisten der Muskulatur. Die Muskeln und Knochen wiederum schicken über Rezeptoren laufend Feedbacks zurück an das Gehirn, welches komplexe oder einfache Bewegungsabläufe überhaupt erst möglich macht. 

Peter Provaznik (2), Shutterstock (2), Delta X Verlag

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Trainieren wir unsere Muskeln, so präzisieren wir gleichzeitig unsere Gehirn-Muskel-Koordination. Dabei spielt es keine Rolle, was genau wir gerade üben: Eine Melodie am Klavier, Zähneputzen auf einem Bein, Vokabeln beim Waldspaziergang. Je öfter Gehirn und Muskeln lernen, einander zu koordinieren, umso intensiver fördern wir unsere Bewegungskompetenz.

Warum ist es möglich, dass sich durch Joggen oder Krafttraining die Gedächtnisleistung steigern lassen? Warum können wir uns durch Muskeltraining vor Demenz schützen?

Bewegungsstudien haben folgendes gezeigt: Wenn wir uns dreimal die Woche 15 Minuten lang sportlich betätigen, reduzieren wir das Demenz-Risiko um fast 40 Prozent. Selbst dann, wenn man schon an Demenz leidet, kann man mit bewegten Muskeln der Vergesslichkeit ebenso effektiv entgegenwirken wie mit Medikamenten. Zudem zeigten Studien, dass Menschen im Alter von 70 Jahren, die regelmäßig Sport gemacht haben, mit ihrer Gehirnleistung nicht nur ihre untrainierten Kolleginnen und Kollegen übertrumpften, sondern auch mit der Konzentrationsleistung von untrainierten 30-Jährigen mithalten konnten.

Klar, das Gehirn baut mit dem Alter ab. Wir denken nicht mehr so schnell, die Gedächtnisleistung sinkt. Jedoch müssen wir dieser Entwicklung nicht ohnmächtig gegenüberstehen. Vergleichbar mit dem altersbedingten Muskelschwund handelt es sich um einen Verlauf, der nicht einfach so hingenommen werden muss. Mit körperlichem Training können wir aktiv etwas dagegen tun.

Durch die Erforschung der muskulären Botenstoffe hat man heute ein besseres Verständnis dafür, warum sich das Gehirn durch Muskelbewegung so gut beeinflussen lässt. Es kommen jene Botenstoffe ins Spiel, die die Muskeln bei Bewegung ausstoßen. Einer davon ist der „Brain-derived neurotrophic factor“ (BDNF). Forscherinnen und Forscher konnten zeigen, dass dieser Botenstoff nicht nur im Gehirn zu finden ist, sondern dass dieser auch von Muskeln, die bewegt werden, ausgeschüttet wird: Wenn Muskeln trainiert werden, steigt im Gehirn der BDNF-Spiegel. BDNF ist ein Wachstumsfaktor, der Neuronen und Synapsen vor dem Verfall beschützt, aber auch das Wachstum neuer Nervenzellen anregt (die so genannte Neurogenese). Dieser Botenstoff scheint eine erhebliche Rolle bei der Vorbeugung von Demenz zu spielen. BDNF regt auch genau jene Hirnstrukturen in ihrem Wachstum an, die für das Lernen und die Gedächtnisleistung zentral sind. Sie befinden sich im Hippocampus, der als das Lernzentrum des Gehirns bekannt ist. Dort fließen Informationen unterschiedlichster sensorischer Systeme zusammen, werden verbreitet und an die Hirnrinde weitergeleitet. Der Hippocampus ist sozusagen die Schaltzentrale zwischen Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis und spielt beim Lernen eine Schlüsselrolle. Im Alter nimmt seine Größe leider ab. Doch wir können diesen speziellen Hirnteil durch Muskelbewegung trainieren, wie Forscher von der Universität Pittsburgh herausgefunden haben. Sport lässt die Nervenzellen im Hippocampus also wachsen. Wer sich bewegt, erinnert sich besser, ist fokussierter und konzentrierter. Lassen Sie Ihr Gehirn durch Alkohol und Zigaretten schrumpfen oder bringen Sie es zum Wachsen? Ihrem Hippocampus wohnen Superkräfte inne. Ob und in welcher Form diese aktiviert werden, hängt stark von Ihnen ab.

Im Buch „Kluge Muskeln“ wird erklärt, wie man mit schlau trainierten Muskeln sein Leben um viele Jahre verjüngen kann. Der Erlös kommt der Österreichischen Muskelforschung zugute.

 
Peter Provaznik (2), Shutterstock (2), Delta X Verlag

Damit wir uns koordiniert bewegen können, brauchen wir unser Gehirn. Es steht über das zentrale Nervensystem in direkter Verbindung mit den Muskeln und dirigiert so unser gesamtes Skelettmuskel-Orchester. Ohne diese komplexe Verzweigung wären wir nicht in der Lage, uns so bewegen zu können, wie wir uns das vorstellen. Unsere Muskeln werden quasi von Nervenimpulsen angeregt und beeinflusst. So entsteht eine spielerische Interaktion zwischen Agonisten, Antagonisten und Synergisten der Muskulatur. Die Muskeln und Knochen wiederum schicken über Rezeptoren laufend Feedbacks zurück an das Gehirn, welches komplexe oder einfache Bewegungsabläufe überhaupt erst möglich macht.

Trainieren wir unsere Muskeln, so präzisieren wir gleichzeitig unsere Gehirn-Muskel-Koordination. Dabei spielt es keine Rolle, was genau wir gerade üben: Eine Melodie am Klavier, Zähneputzen auf einem Bein, Vokabeln beim Waldspaziergang. Je öfter Gehirn und Muskeln lernen, einander zu koordinieren, umso intensiver fördern wir unsere Bewegungskompetenz.

Warum ist es möglich, dass sich durch Joggen oder Krafttraining die Gedächtnisleistung steigern lassen? Warum können wir uns durch Muskeltraining vor Demenz schützen?

Bewegungsstudien haben folgendes gezeigt: Wenn wir uns dreimal die Woche 15 Minuten lang sportlich betätigen, reduzieren wir das Demenz-Risiko um fast 40 Prozent. Selbst dann, wenn man schon an Demenz leidet, kann man mit bewegten Muskeln der Vergesslichkeit ebenso effektiv entgegenwirken wie mit Medikamenten. Zudem zeigten Studien, dass Menschen im Alter von 70 Jahren, die regelmäßig Sport gemacht haben, mit ihrer Gehirnleistung nicht nur ihre untrainierten Kolleginnen und Kollegen übertrumpften, sondern auch mit der Konzentrationsleistung von untrainierten 30-Jährigen mithalten konnten.

Klar, das Gehirn baut mit dem Alter ab. Wir denken nicht mehr so schnell, die Gedächtnisleistung sinkt. Jedoch müssen wir dieser Entwicklung nicht ohnmächtig gegenüberstehen. Vergleichbar mit dem altersbedingten Muskelschwund handelt es sich um einen Verlauf, der nicht einfach so hingenommen werden muss. Mit körperlichem Training können wir aktiv etwas dagegen tun.

Durch die Erforschung der muskulären Botenstoffe hat man heute ein besseres Verständnis dafür, warum sich das Gehirn durch Muskelbewegung so gut beeinflussen lässt. Es kommen jene Botenstoffe ins Spiel, die die Muskeln bei Bewegung ausstoßen. Einer davon ist der „Brain-derived neurotrophic factor“ (BDNF). Forscherinnen und Forscher konnten zeigen, dass dieser Botenstoff nicht nur im Gehirn zu finden ist, sondern dass dieser auch von Muskeln, die bewegt werden, ausgeschüttet wird: Wenn Muskeln trainiert werden, steigt im Gehirn der BDNF-Spiegel. BDNF ist ein Wachstumsfaktor, der Neuronen und Synapsen vor dem Verfall beschützt, aber auch das Wachstum neuer Nervenzellen anregt (die so genannte Neurogenese). Dieser Botenstoff scheint eine erhebliche Rolle bei der Vorbeugung von Demenz zu spielen. BDNF regt auch genau jene Hirnstrukturen in ihrem Wachstum an, die für das Lernen und die Gedächtnisleistung zentral sind. Sie befinden sich im Hippocampus, der als das Lernzentrum des Gehirns bekannt ist. Dort fließen Informationen unterschiedlichster sensorischer Systeme zusammen, werden verbreitet und an die Hirnrinde weitergeleitet. Der Hippocampus ist sozusagen die Schaltzentrale zwischen Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis und spielt beim Lernen eine Schlüsselrolle. Im Alter nimmt seine Größe leider ab. Doch wir können diesen speziellen Hirnteil durch Muskelbewegung trainieren, wie Forscher von der Universität Pittsburgh herausgefunden haben. Sport lässt die Nervenzellen im Hippocampus also wachsen. Wer sich bewegt, erinnert sich besser, ist fokussierter und konzentrierter. Lassen Sie Ihr Gehirn durch Alkohol und Zigaretten schrumpfen oder bringen Sie es zum Wachsen? Ihrem Hippocampus wohnen Superkräfte inne. Ob und in welcher Form diese aktiviert werden, hängt stark von Ihnen ab.

Im Buch „Kluge Muskeln“ wird erklärt, wie man mit schlau trainierten Muskeln sein Leben um viele Jahre verjüngen kann. Der Erlös kommt der Österreichischen Muskelforschung zugute.

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