Gemeinsame und bessere Versorgung im Mittelpunkt

v. l.: Thomas W. Veitschegger, Christine Haberlander, Ansgar Weltermann, Monika Aichberger | © Apothekerkammer OÖ/APA-Fotoservice/Hartl
v. l.: Thomas W. Veitschegger, Christine Haberlander, Ansgar Weltermann, Monika Aichberger | © Apothekerkammer OÖ/APA-Fotoservice/Hartl

Gemeinsame und bessere Versorgung im Mittelpunkt

v. l.: Thomas W. Veitschegger, Christine Haberlander, Ansgar Weltermann, Monika Aichberger | © Apothekerkammer OÖ/APA-Fotoservice/Hartl
v. l.: Thomas W. Veitschegger, Christine Haberlander, Ansgar Weltermann, Monika Aichberger | © Apothekerkammer OÖ/APA-Fotoservice/Hartl

Das 12. Sommergespräch der Apothekerkammer Ober­österreich im Lentos Kunstmuseum Linz stand dieses Jahr ganz unter dem Motto „Gemeinsam besser versorgen“.

Von Dren Elezi, MA

v. l.: Thomas W. Veitschegger, Christine Haberlander, Ansgar Weltermann, Monika Aichberger | © Apothekerkammer OÖ/APA-Fotoservice/Hartl
v. l.: Thomas W. Veitschegger, Christine Haberlander, Ansgar Weltermann, Monika Aichberger |  ©Apothekerkammer OÖ/APA-Fotoservice/Hartl

Mehr als 300 Apothekerinnen und Apotheker sowie Stakeholder und Vertreterinnen und Vertreter aus Oberösterreichs Politik und Wirtschaft diskutierten auf Einladung von Mag. pharm. Thomas W. Veitschegger, Präsident der Apothekerkammer Oberösterreich, und Mag. pharm. Monika Aichberger, Vizepräsidentin der Apothekerkammer Oberösterreich, gemeinsam mit Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreterin und Landesrätin für Gesundheit Mag. Christine Haberlander und Univ.-Doz. Dr. Ansgar Weltermann, Leiter des Zentrums für Tumorerkrankungen bei den Barmherzigen Schwestern Linz und des Tumorzentrums gespag-Elisabethinen. Beim Sommergespräch stand die Diskussion über die besonderen Leistungen der Apothekerinnen und Apotheker, vor allem bei der optimalen Begleitung onkologischer Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt. „Als wichtiges Bindeglied in der Versorgungskette von Krebserkrankten tragen Apothekerinnen und Apotheker maßgeblich zur Verbesserung der Versorgung bei, weil sie viele Betroffene entlang der Schnittstelle zwischen dem Krankenhaus und dem niedergelassenen Bereich begleiten und betreuen“, so Aichberger.

Die interdisziplinäre Krebsakademie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern nimmt hier eine besondere Rolle ein. In den letzten zwei Jahren haben 75 oberösterreichische Apothekerinnen und Apotheker einen auf sie zugeschnittenen Lehrgang der Krebsakademie absolviert. „Wir haben mit einem Team aus öffentlichen und Krankenhausapothekerinnen und -apothekern einen Lehrgang entwickelt. Die Unterrichtenden und Auszubildenden kommen aus unterschiedlichen Berufsgruppen. Das ist ein gutes Beispiel für gelebte Interdisziplinarität und Multiprofessionalität zum Nutzen von Krebserkrankten und deren Angehörigen“, betonten Veitschegger und Aichberger unisono.

Als wichtiges Bindeglied in der Versorgungskette von Krebserkrankten tragen
Apothekerinnen und Apotheker maßgeblich zur Verbesserung der Versorgung bei.

Thomas W. Veitschegger und Monika Aichberger

Zusammenarbeit für Versorgung entscheidend

Univ.-Doz. Dr. Ansgar Weltermann, widmete sich in seiner Keynote der intra- und extramuralen Zusammenarbeit von Onkologinnen und Onkologen sowie Apotherkerinnen und Apothekern für eine bessere Patientenversorgung in Oberösterreich. „Wir haben vor einigen Jahren im Tumorzentrum mit einer strukturierten, interprofessionellen Vernetzung der Fachexpertinnen und -experten der oberösterreichischen Spitäler begonnen. Durch miteinander abgestimmte Prozesse und Leitlinien erhalten Patientinnen und Patienten unabhängig von dem Spital, in welchem sie aufgenommen werden, dasselbe Therapieangebot. Um die wichtigen Schnittstellen zu den Fachexpertinnen und -experten im extramuralen Bereich zu verbessern, wurde im Ordensklinikum Linz die Krebsakademie gegründet. Eine interdisziplinäre Ausbildungsplattform, wo miteinander und voneinander gelernt wird und speziell auf jeweilige Berufsgruppen zugeschnittene, onkologische Ausbildungsinhalte angeboten werden.“ Zahlreiche Apothekerinnen und Apotheker haben die Weiterbildung bereits abgeschlossen und tragen so zu einer besseren Patientenversorgung bei.

Konzepte gemeinsam gestalten

Mag. Christine Haberlander bekräftigte die Bedeutung einer gemeinsamen Gestaltung der Gesundheitspolitik: „Es ist wichtig, Konzepte gemeinsam zu entwickeln und auf die Ideen der Verantwortlichen in den Krankenhäusern, im niedergelassenen Bereich und in den Apotheken zu hören. Die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten in Oberösterreich ist ein wichtiges Anliegen für uns, das es gemeinsam umzusetzen gilt. Hier zählt die Oberösterreichische Apothekerkammer stets auch zu den Treibern von neuen Ideen.“ Haberlander zufolge benötigt es „mehr Eigenverantwortung im Gesundheitsbereich. Dafür ist die Krebsakademie großartig aufgestellt. Sie entwickelt sich sehr dynamisch, ist bedürfnisorientiert, partizipativ und funktioniert dazu ohne behördliche Vorgaben.“ Eine weitere Initiative der Apothekerkammer Oberösterreich zur Optimierung der Versorgung ist das Projekt JUNIORMED, eine Rezeptursammlung für qualitätsgesicherte, altersgerechte magistrale Arzneimittel, die auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingeht. „Kinder benötigen spezielle medizinische Betreuung und auf sie abgestimmt dosierte Medikamente. In der Praxis fehlen solche oft oder sie entsprechen nicht den Anforderungen. Eine Lücke in der Versorgung, die wir mit JUNIORMED schließen“, so Veitschegger.

One Voice für eine optimale Versorgung

Die Bedeutung einer One-Voice-Strategie in der Versorgungskette hob Christine Haberlander
hervor. „Wir müssen vom Krankenhaus über die niedergelassene Versorgung im ärztlichen Bereich und die Apotheken bis hin zum Pflegebereich mit einer Stimme sprechen und eine gemeinsame Botschaft verbreiten. Für mich sind die Apotheken ein ganz wesentlicher Akteur, weil sie über eine hervorragende Infra­struktur verfügen und damit den Menschen eine niederschwellige Betreuung und Begleitung bieten“, unterstrich Haberlander.

„Wir Pharmazeutinnen und Pharmazeuten sind flächendeckend vertreten und stehen mit Rat und Tat der oberösterreichischen Bevölkerung und den Patientinnen und Patienten zur Seite“, fügte Veitschegger hinzu. Wichtig sei dabei, „in Zukunft mit Patientinnen und Patienten mit einer Sprache über die gleichen Themen, aber aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sprechen. Die gemeinsame Ausbildung leistet hier einen ganz wesentlichen Beitrag dazu“, sagte Aichberger abschließend.



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