Bristol Myers Squibb setzt auf Innovation, Lebensqualität und Aufklärung

Bristol Myers Squibb

Bristol Myers Squibb setzt auf Innovation, Lebensqualität und Aufklärung

Bristol Myers Squibb

Als weltweit führendes biopharmazeutisches Unternehmen hat sich Bristol Myers Squibb das Ziel gesetzt, das Leben von Patientinnen und Patienten durch Forschung und Wissenschaft zu verbessern. PERISKOP sprach mit dem General Manager für Österreich Michael Lugez, MBA über die Schwerpunkte, die er in Österreich setzen möchte, welche Rahmenbedingungen es im Bereich Forschung braucht und wie das Unternehmen die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten noch besser einbinden möchte. | von Rainald Edel, MBA

Knapp über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten bei BMS in Österreich am Standort Wien. Gemeinsam mit Universitätskliniken und weiteren Krankenhäusern führte Bristol Myers Squibb im Jahr 2020 77 klinische Studien in Österreich durch.

PERISKOP: Sie haben im September 2021 als General Manager die strategische Führung von Bristol Myers Squibb in Österreich und der Schweiz übernommen. Was ist das reizvolle an dieser Funktion?

LUGEZ: Als General Manager in Österreich und der Schweiz darf ich für zwei starke und interessante Märkte zuständig sein. Spannend dabei ist, dass sich in der Gesundheitsbranche gerade sehr viel tut. Das fordert mein Team und mich, gleichzeitig treibt es unsere Arbeit auch enorm voran. Denn wir erforschen, entwickeln und produzieren innovative Medikamente und tragen dazu bei, dass sowohl Menschen, die mit einer Krankheit leben, als auch die Gesellschaft und das Gesundheitssystem von den innovativen Behandlungen profitieren, die BMS bereitstellt. Dieses Ziel haben wir in unserem Arbeitsalltag immer vor Augen. Dies ist sehr motivierend und führt dazu, dass wir als großartiges Team über die Ländergrenzen hinweg täglich unser Bestes geben.

Welche Schwerpunkte möchten Sie in Österreich setzen? Gibt es Projekte, deren Umsetzung Ihnen besonders am Herzen liegen?

Wir sind davon überzeugt, dass die Pharmabranche über die Bereitstellung von Medikamenten hinaus mehr tun kann, um Menschen mit Erkrankungen und ihre Angehörigen zu unterstützen. Aus diesem Grund haben wir 2020 die Initiative „Because there is more to do“ ins Leben gerufen, mit der wir eine Dialogplattform für heimische Gesundheitsexpertinnen und Gesundheitsexperten zur Verfügung stellen. Wir möchten mit Ärztinnen, Ärzten, Patientenorganisationen, Betreuerinnen, Betreuern und Menschen mit Erkrankungen partnerschaftlich in Kontakt treten, um ihre Bedürfnisse besser zu verstehen und auch weiterhin in Zukunft wertvolle Innovationen zu schaffen. Bei uns steht bei allen Projekten der Mensch im Mittelpunkt, das gilt auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn wir möchten nicht nur die besten Köpfe der Branche für uns gewinnen, sondern sie auch im Unternehmen halten. Um das zu erreichen, ist es mir in meiner Position besonders wichtig, mit der Förderung von Chancengleichheit, beruflicher Weiterentwicklung aber auch Work-Life-Balance die nötigen Strukturen für ein ansprechendes Arbeitsumfeld zu schaffen. Ich freue mich daher besonders, dass wir zum wiederholten Male als „Great Place to Work“ zertifiziert wurden.

Bristol Myers Squibb hat gleich zu Beginn Ihrer Tätigkeit in Österreich die Österreich-Ergebnisse der Initiative „Because there is more to do“ veröffentlicht. Was waren die wichtigsten Erkenntnisse? Wie geht dieser Prozess der Patienten-Einbindung weiter?

Im Rahmen von „Because there is more to do“ konnten wir eine Umfrage in Österreich und der Schweiz durchführen, die aufgezeigt hat, wo die Pharmaindustrie aus Sicht von Menschen mit Erkrankungen, Betreuenden und Ärztinnen und Ärzten abseits der Bereitstellung von Medikamenten eine Rolle spielen darf und soll. Hier konnten wir wichtige unerfüllte Bedürfnisse im Bereich Krankheitsaufklärung und -information, emotionaler Unterstützung von Patientinnen, Patienten und Angehörigen, der Effizienz und Kapazität von Fachpersonen sowie dem verbesserten Austausch von Betroffenen untereinander oder mit Fachpersonen identifizieren. Wir haben konkrete Projekte realisiert, die diese unerfüllten Bedürfnisse verstärkt adressieren und möchten dennoch unsere Partnerschaften weiter stärken und vertiefen, um gemeinsam das bestmögliche für alle zu erreichen. Denn innerhalb der Pharmaindustrie besteht großes Potenzial, das Leben von Menschen mit Erkrankungen zu verbessern und wir möchten als verantwortungsbewusster Teil der Gesellschaft dazu beitragen.

Können Sie hier exemplarisch konkrete Projekte nennen?

Im Bereich der Krankheitsprävention und -aufklärung sind wir mit der Initiative „Herzstolpern – Achten Sie auf Ihren Rhythmus“ aktiv. Um mehr Bewusstsein für Vorhofflimmern zu schaffen, hat BMS in Partnerschaft mit Pfizer diese Initiative ins Leben gerufen. Damit möchten wir mehr Aufmerksamkeit für die Erkrankung schaffen. Da Alter ein wichtiger Faktor ist, möchten wir Menschen ab 65 Jahren dazu einladen, über ihr persönliches Risiko zu reflektieren, sie für regelmäßiges Pulsmessen sensibilisieren und einen Anstoß geben, bei Verdacht auf einen unregelmäßigen Herzrhythmus das Gespräch mit der Ärztin, dem Arzt zu suchen. Neben Betroffenen richtet sich die Initiative auch an Allgemeinmedizinerinnen, Allgemeinmediziner, Kardiologinnen und Kardiologen, da sie oft erste Ansprechpartner für Betroffene sind. Ein anderes Beispiel widmet sich der Effizienz und Nachhaltigkeit in der Gesundheitsvorsorge. BMS unterstützt die Initiative All. Can Österreich, wo sich alle Beteiligten dafür einsetzen, die Krebsversorgung in Österreich noch weiter zu verbessern. Gemeinsam mit Patientenorganisationen, Medizin, Gesundheitspersonal und anderen Stakeholdern werden konkrete Ansatzpunkte identifiziert, um die bestmögliche Versorgung von Krebspatientinnen und Patienten von der Früherkennung bis zur Reintegration ins Arbeitsleben sicherzustellen.

Ihrer Karriere umfasst bereits Stationen in Frankreich und Schweden. Was kann Österreich von diesen Ländern lernen?

Ich würde mir wünschen, dass die Wissenschaftsskepsis in der österreichischen Bevölkerung wie sie jährlich in der Eurobarometer Umfrage im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern gezeigt wird, nicht so ausgeprägt wäre. Denn Österreich ist ein großartiger Forschungsstandort – nicht nur im Bereich der klinischen Forschung. Ich denke jedoch, dass die anderen Länder auch viel von Österreich lernen können. Ich erlebe hier, dass ein Dialog auf Augenhöhe mit allen Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitssystems möglich ist und sehr offen über Themen, wie der Weiterentwicklung onkologischer Versorgungsstrukturen, psychologischer und emotionaler Unterstützung oder der Nachhaltigkeit des Gesundheitssystem trotz neuer Herausforderungen diskutiert wird.

Forschung ist entscheidend für die Entwicklung neuer Arzneimittel und Therapien. Welche Schwerpunkte werden Sie diesbezüglich in Österreich setzen? In welchen Bereichen sollte Österreich hier besser werden – und wie?

Bristol Myers Squibb ist eines der führenden Unternehmen in der klinischen Forschung in Österreich und kann somit auf vielen Ebenen des Gesundheitssystems einen Mehrwert bieten. Klinische Forschung ist das Bindeglied, um Innovationen aus den Laboren zu den Patientinnen und Patienten zu bringen, die sonst oftmals keine anderweitigen Therapieoptionen hätten und so sehr früh Zugang zu neuen Behandlungsmöglichkeiten erhalten. Gleichzeitig stärken klinische Studien auch den Forschungs- und Gesundheitsstandort Österreich. Studienärztinnen und -ärzte, können sich in den meist länderübergreifend durchgeführten Studien mit anderen Standorten vernetzen und in der internationalen Spitzenmedizin mitforschen. Letztendlich tragen klinische Studien auch zu einer Entlastung des Gesundheitssystem in ökonomischer Hinsicht bei.

Wie sehen Sie, als General Manager eines forschungsintensiven Unternehmens, den Standort Österreich unter dem Aspekt „Umgang mit Innovationen bei Therapien und Arzneimitteln”?

Ich sehe unsere Aufgabe als führendes Biopharmaunternehmen essenziell darin, Therapieoptionen und innovative Medikamente zu entwickeln und den Menschen die bestmögliche Behandlung so früh wie möglich zur Verfügung zu stellen. Für Innovationen in der Pharmabranche ist neben der Zusammenarbeit mit Forschungszentren in allen Phasen der Arzneimittelentwicklung auch der interdisziplinäre Austausch von Expertinnen, Experten und die Entwicklung innovativer Studienkonzepte enorm wichtig. Diese Innovationen müssen natürlich auch leistbar bleiben. Daher liegt uns ein partnerschaftlicher Dialog mit allen Akteuren im Gesundheitswesen besonders am Herzen, denn nur gemeinsam können wir die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft bewältigen.

Krebserkrankungen sind weltweit im Steigen. Was ist Ihre Zukunftsvision für „Onkologie 2030“? Wie wollen Sie sich als Unternehmen positionieren?

Die Initiative Onkologie 2030 trägt den Beinamen „from bench to bedside and back“ – also aus dem Labor ans Krankenbett und wieder zurück. Als forschendes pharmazeutisches Unternehmen ist es unsere Vision, dass die Innovationen aus der Forschung in unseren Laboren in klinischen Studien weiterentwickelt werden können, um innovative Therapien schnellstmöglich anbieten zu können. Es bedeutet aber auch, dass wir zum Beispiel mit Hilfe von Digitalisierungsschritten und durch Berücksichtigung im Studiendesign, Daten wieder zurück in die Labore geben können, die die Forschung weiter vorantreiben und beschleunigen. Denn Krebs gehört nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Doch mit den Fortschritten in der Medizin, mit innovativen Medikamenten und Therapien ist die Diagnose Krebs oft kein Todesurteil mehr, sondern wir sehen stellenweise bereits eine Chronifizierung. Dies bringt allerdings nicht nur für die unmittelbar betroffenen Menschen neue Herausforderungen nach einer erfolgreichen Krebstherapie mit sich. Die gesamte Gesellschaft ist gefordert – Stichwort Arbeitgeber und Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag, Enttabuisierung von Krebs im sozialen Umfeld etc. Auch hier möchten wir unsere Verantwortung als Teil der Gesellschaft wahrnehmen.

Die Immuntherapie gilt im Kampf gegen Krebs als eine äußerst hoffnungsvolle, revolutionäre Therapieoption. In welchen Bereichen kann man schon jetzt gute Erfolge erzielen und welche zukünftigen Einsatzfelder und Entwicklungen in der Immunonkologie sehen Sie?

Die Therapieerfolge im klinischen Alltag zeigen, dass neue immunonkologische Substanzen bei verschiedenen Krebsarten die Aussicht auf ein längeres Überleben bei möglichst langem Erhalt der Lebensqualität verbessern können. Doch die Forschung geht weiter. Mittlerweile ist schon die zweite Generation an Immuntherapien verfügbar und für immer mehr Indikationen zugelassen, wo bisher wenige oder keine Alternativen existierten. Ein zentrales Thema derzeit sind auch unterschiedliche Kombinationen: zwischen Immuntherapien, aber auch mit Chemotherapie und Strahlentherapie oder eine geänderte Abfolge der Therapieschritte, mit der Ambition, den Patientinnen und Patienten ein längeres und besseres Überleben zu ermöglichen. Wir sind sehr stolz, dass wir die jahrzehntelange Erfahrung aus dem Bereich der Immunonkologie mit dem hauseigenen Know-how aus der hämatologischen Forschung multiplizieren können und so hoffentlich weitere innovative Therapien entwickeln können. 

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