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Herzstück Gesundheitspersonal

Die Häufung von RSV-Infektionen ist weltweit intensiv.
© Peter PROVAZNIK

Herzstück Gesundheitspersonal

Die Häufung von RSV-Infektionen ist weltweit intensiv.
© Peter PROVAZNIK

Gesunde Zukunft | Folge 13

Mehr Planungssicherheit für die Mitarbeitenden, mehr Versorgungssicherheit für alle.

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Dr. Juliane Bogner-Strauß

Landesrätin für Bildung, Gesellschaft, Gesundheit und Pflege

Das Gesundheitspersonal bewegt sich nach wie vor am Limit – nicht nur in Österreich. Um jene Menschen, die täglich ihr Bestes geben, zu unterstützen und zu entlasten, stellen wir im Bereich der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) die Weichen neu.

„Super war´s, das Praktikum in der HNO Abteilung. Viel besser als die davor. Endlich ein Team, das zusammenhält.“ Anna S. befindet sich im Endspurt ihrer Ausbildung zur Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin. Sie hat die ersten Praktika in der Tasche.

„Im vorigen Praktikum habe ich das Gefühl gehabt, dass mir die Kollegen gar keine wirkliche Chance geben – obwohl sie so unterbesetzt sind. Sie wirkten gefrustet und überlastet. Es war alles sehr toxisch, und ich kann es sogar verstehen.“ Beim jetzigen Praktikum lief es besser: „Ich hab‘ sehr gutes Feedback bekommen:

Dass ich eine super Krankenschwester sein werde. Sie hätten gern, dass ich bei ihnen starte, sobald ich mit der Ausbildung durch bin.“ Und, wirst du es annehmen? „Sicher nicht. Für die hohen Anforderungen wird man viel zu schlecht bezahlt. Das ist keine Lebensqualität.

Ich mag diesen Beruf sehr, aber ich werde ihn wohl nicht ausüben.“ Anna S. ist eine von vielen, die nicht nur zögert, sondern resigniert hat. Sie hat sich für den Ausbildungs- zweig entschieden, weil ihr Herz dort schlägt. Die Erfahrungen aus der Praxis lassen sie zweifeln. „Ich will nicht mit 25 im Burn-out lan- den“. Sie weiß sehr genau, welchen Belastungen sie sich gewachsen fühlt – nämlich an sich sehr hohen. Nimmt der Druck überhand, kann den hohen Leistungsanforderungen aber auf Dauer nicht standgehalten werden. Die junge Generation beobachtet die prekäre Personalsituation nicht nur kritisch, sondern begibt sich erst gar nicht hinein in ein System, das nach den Pandemie-Jahren mit beispiellosen Mangelerscheinungen zu kämpfen hat. Um das Gesundheitssystem zu stabilisieren müssen wir die Ursachen behandeln – nicht nur die Symptome.

In der Steiermark setzen wir auf strukturelle Veränderungen bei der KAGes, hohe Gehaltsabschlüsse und den Ausbau von Gesundheitszentren. Das Ziel des Maßnahmenpakets ist klar: Der Überlastung des Personals muss spürbar entgegengewirkt werden. Es geht um die Verbesserung der Lebensqualität für diejenigen, die täglich an ihre körperlichen und emotionalen Grenzen geraten. Es geht um Wertschätzung, die über ein reines „Danke“ hinausgeht.

Darum stehen die Mitarbeitenden im Zentrum der Neuerungen: Für sie gibt es bessere Anrechnungsmöglichkeiten von Vordienstzeiten und mehr Gehalt. Hierfür investieren wir jährlich 130 Millionen Euro. Durch Adaptierungen zahlreicher Bereiche der KAGes-Häuser erhalten sie mehr Planungssicherheit, was sich insgesamt positiv auf die Versorgungssicherheit auswirkt. Zudem wird der Ausbau der zentralen ambulanten Erstversorgung sowie der Tages- und Wochenkliniken forciert – ganz nach dem Motto „Standortkonzentration bei hoher Leistungsexpertise“. Ich bin davon überzeugt: Mit diesen Maßnahmen wird die Steiermark zum attraktivsten Bundesland für all jene, die im Gesundheitsbereich arbeiten wollen.

Annas Herz schlägt nach wie vor für den Beruf der Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin. Wenn sie mit ihrer Ausbildung fertig ist, wird sie im Bereich der KAGes einer neuen, attraktiveren Arbeitslandschaft gegenüberstehen. Einer, die sie hoffentlich davon überzeugen kann, den Beruf, den sie so gern mag, doch noch auszuüben.

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